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Anlasserflansch Reparatur bzw. Änderung

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schrat
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Anlasserflansch Reparatur bzw. Änderung

Beitragvon schrat » 08.08.2007, 21:25

1. Problem: Anlasserflansch abgebrochen

Die Anlassergehäuse haben die unangenehme Eigenschaft, an den Befestigungslöchern abzubrechen, wenn man sie ungleichmäßig oder zu fest anzieht (oder auch wenn sie einfach nur Lust dazu haben). Da es sich um Gußteile handelt, können sie nicht dauerhaft zuverlässig wieder angeschweißt werden.
Die Anlassergehäuse für die 319er unterscheiden sich von den PKW Varianten teilweise in der Stellung und dem Abstand der Befestigungslöcher. Ersatzbeschaffung ist meiner Erfahrung nach z.T. schwierig.


Reparatur ist ohne spezielle Ersatzteile folgendermaßen möglich

1. abgebrochenes Ohr wieder anschweißen (falls vorhanden, es geht aber auch ohne dieses!)

2. Herstellung eines Korsetts aus zwei M12 Muttern und zwei Stücken passend gebogenem 8-10mm Rundstahl, welches eng um den Flansch herumgelegt und zusammengeschweißt wird.
Hat der Anlasser Verstärkungsstege, diese etwas einkerben, damit das Korsett gut anliegt.
Beim Schweißen darauf achten, daß die Muttern gut auf die Löcher passen (am besten anschrauben) und das nichts direkt am Anlasser festgeschweißt wird.
Anlasser kann nun mit etwas längeren M12er Schrauben bequem festgeschraubt werden.

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2. Problem: Kein passender 319er Anlasser vorhanden

Der originale OM621er Dieselanlasser in der 319er Version ist relativ selten, die PKW Version aus Heckflosse oder Ponton ist leicht zu bekommen.
Der Unterschied besteht in der Position der Flanschlöcher, welche beim PKW genau gegenüberliegen und mit der Anlasserachse eine Flucht bilden. Beim 319er ist das untere Loch etwas versetzt, Löcher und Anlasserachse bilden ein Dreieck.

Umbau ist problemlos möglich, indem man das untere Ohr absägt, verschoben wieder anschweißt (hat mir der W. Ufert erklärt) und dann wie beschrieben das Korsett anlegt. Hier ein paar erläuternden Fotos dazu:

1. in den Keller gehen und funktionierenden PKW Anlasser aussuchen
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2. So sieht die Einbaustelle in der 319er Dieselversion aus: Stahlplatte mit asymmetrischen Flanschlöchern, und zugehöriges Alu-Zwischenstück
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3. Zum Vergleich links die Flanschplatte der 319er Benzinerversion: Stahlplatte mit symmetrischen Flanschlöchern. Paßt aber nur für die kleineren Benzineranlasser oder die Löcher müssen versetzt werden.
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4. Unteres Auge absägen...
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5. ... um 180 Grad drehen und mit dem Zwischenstück als Schablone anschrauben und festschweißen
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6. So sieht es aus, wenns inkl. Korsett fertig ist
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Die ganze Prozedur dauert ca. 2 Stunden inkl. Ein/Ausbau. Funktioniert ganz prima (danke Wolfram)

Frank















Frank[/img]
Zuletzt geändert von schrat am 17.08.2007, 21:33, insgesamt 3-mal geändert.

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Beitragvon 319erUfi » 08.08.2007, 21:48

Hallo Frank,

schön, dass es funktioniert und hoffentlich auch hält, sieht top aus, toitoitoi. Herzlichen Dank für die super Fotodokumentation.

Gruß Wolfram
goforgold

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schrat
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Beitragvon schrat » 08.08.2007, 23:10

319erUfi hat geschrieben:Hallo Frank,

schön, dass es funktioniert und hoffentlich auch hält,


also das Korsett hält in meinem Ponton schon mindestens 8 Jahre (über 50.000km), die Fotos oben sind aktuell aus dem Mikafa, der damit auch schon 3300km absolviert hat.

Frank

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Beitragvon Schlosser » 10.08.2007, 06:51

Ich hab mal nen Tip von nem alten Schlosser gekriegt.
Zum Thema Schweißen von Gussteilen
Das Geht Ganz gut, wenn man einen VA Draht ins Mag Gerät macht und reines Argon als Schutzgas verwendet.
:wink:
Gruß Jochen

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Flummi
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Beitragvon Flummi » 10.08.2007, 09:58

Hi Frank,
Das sieht gut aus, ich werde das mal ausprobieren.

Danke
Jost
Gruß aus Hessen
Jost

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